Mika Taro
KOLLATERALSCHADEN

TEXT: CUINI AMELIO ORTIZ
ZEICHNUNGEN: HECTOR NAVARRETE

ESPAÑOL - DEUTSCH

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Mika Taro ist eine sehr bekante und in Kollegenkreisen angesehene Reporterin für Krisen- und Konfliktgebiete. Sie lebt in Berlin und arbeitet für eine internationale Nachrichtenagentur. Ständig ist sie auf Reisen in besonders gefährlichen Gebieten. Wer Mika kennt, schätzt ihre hohe Intelligenz. Was jedoch ihren Charakter und ihre soziale Kompetenz betrifft, ist man sich einig, dass Mika kalt wie ein Fisch und zartfühlend wie ein Krokodil ist. Sie ist 35 Jahre alt und sehr attraktiv; ihr Privatleben allerdings ist eine Wüste.


Die Kriegsreporterin Mika arbeitet für eine internationale Nachrichtenagentur. In einer Wohnung in Berlin-Mitte klingelt ein Telefon; ein Anruf ihres Chefs weckt Mika. Sie stellt fest, dass die Wohnung und das Bett, in dem sie sich befindet, nicht ihr gehören. Auch an den Namen des Typen, der neben ihr liegt, kann sie sich beim besten Willen nicht erinnern. Obwohl Mika eigentlich frei hat, bittet ihr Chef sie, nach Afghanistan zu fliegen; er habe niemanden anderen, der vom bevorstehenden Ministerbesuch in diesem Land berichten könnte. Widerwillig stimmt Mika zu, bereut dies aber sofort, als sie erfährt, dass nicht ihr langjähriger Freund Mads als Kameramann dabei sein wird, sondern ein blutjunger Anfänger. Der Junge heißt Karl und erwartet Mika auf dem Flughafen. Vom ersten Moment an begegnet sie dem neuen als Giftspritze. In Kunduz werden die beiden von Mahrim, dem afghanischen Mitarbeiter der Nachrichtenagentur, erwartet. Er unterstützt das Team als Chauffeur und Assistent. Die beiden kennen sich sehr lange, denn Mika ist schon unzählige Male in Afghanistan gewesen. Das Erste, was Mika von Mahrim gleich nach ihrer Ankunft erfährt, ist, dass sich auch George Donnovan im Land befindet. Er hat einen Supervisor-Job bei einer amerikanischen Firma in Taluquan in der Nordprovinz Takhar. Genaueres weiß Mahrim jedoch nicht. George Donnovan ist kein Geringerer als Mikas Exmann. Mahrim erkundigt sich bei Mika, ob sie wegen des Gerüchts um die 12.000 Tonnen Opium gekommen ist, die irgendwo versteckt sein und in Kürze außer Landes geschmuggelt werden sollen. Das wäre eine der größten und spektakulärsten Schmuggelaktionen der Geschichte! Sie würde Milliarden von Dollar in die Taschen der Drogenbarone spülen und somit in die der Taliban, die dadurch nicht nur ihre wirtschaftliche Macht enorm vergrößern würden. Mika ist außer sich, als sie erkennt, dass ihr Chef von dieser Geschichte gewusst haben muss, ihr aber vor der Abreise nichts gesagt hat. Sie vermutet, dass er sie geschickt hat, damit sie mit ihren eigenen Mitteln herausfindet, was hinter dem Gerücht steckt. Am nächsten Tag wird Mika in Kunduz Zeugin eines Attentats auf eine Lagerhalle, in der Baumaterialien einer ausländischen Firma aufbewahrt werden. Es entsteht Materialschaden, aber außer dem Selbstmordattentäter, dessen Körper bei der Explosion in der Lagerhalle zerfetzt wird, kommt niemand ums Leben. Dank ihrer Intuition und ihrer guten Reflexe kann Mika ein Kind von der Straße zerren, das beinahe einem haranbrausenden Motorrad zum Opfer gefallen wäre. Irgendwie hat Mika geahnt, dass das Motorrad ausweichen würde. Schnell hat sie den Kleinen unter Mahrims Jepp gezogen. Die Mutter des Jungen, eine Frau in Burka, sieht die Szene aus einiger Entfernung, kommt verzweifelt angelaufen und bedankt sich schluchzend bei Mika und bei Allah für das Wunder, das ihrem Sohn das Leben gerettet hat. Mika stellt journalistische Nachforschungen unter der afghanischen Bevölkerung an. Es geht um die Auswirkungen der Korruption und um das Chaos im Land. Sie konsultiert auch den PR-Mann des amerikanischen Militärstützpunkts und besucht die Polizeiausbildungsstätte, die von Deutschen geleitet wird. Das Gerücht um die 12.000 Tonnen Opium erhärtet sich und alles deutet darauf hin, dass in der Gegend um Taloquan seltsame Dinge vor sich gehen. Je mehr Mika der Korruption und diversen Verwicklungen auf die Spur kommt, desto gefährlicher wird die Lage für sie selbst. In einer scheinbar ausweglosen Situation entkommt sie ihren Verfolgern dank der unerwarteten Hilfe der afghanischen Mutter, deren Jungen sie gerettet hat. Kurz darauf werden Mika, Karl und Mahrim mit einem Maschinengewehr aus einem Jeep beschossen. Wie durch ein Wunder bleiben alle drei unverletzt. An diesem Punkt beschließt der junge Kameramann, seinen Job abzubrechen. Mika lässt sich nicht beirren und setzt ihre Nachforschungen fort. Zu ihrer großen Überraschung und Freude schickt ihr der Chef Mads zu Hilfe. Mit seiner Unterstützung gelingt es ihr, den Fall aufzuklären. Schließlich findet Mika heraus, dass das Bewässerungsunternehmen, für das ihr Ex als PR-Mann arbeitet, schon in mehreren Krisenregionen schmutzige Geschäfte gemacht hat, u. a. in Kolumbien und Bolivien. In Kolumbien wurde die Firma wegen des Verdachts des Drogenhandels des Landes verwiesen, und auch die Regierung von Evo Morales hat ihr unmittelbar nach ihrer Machtübernahme die Lizenz entzogen. Dank George Donnovans exzellenten Kontakte zur Washingtoner Waffenlobby und der Investition nicht unbedeutender Bestechungsgelder in Afghanistan, hatte die Firma bei der Ausschreibung den Zuschlag für das Bewässerungsprojekt in Taloquan bekommen. In einem Schwindel erregenden Showdown deckt Mika einen Skandal auf, in den sogar Mitarbeiter der amerikanischen Regierung verwickelt sind – und den vergeblichen Versuch derselben, ihre kriminellen Machenschaften zu vertuschen.

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